Care Energy

Stromanbieter Care EnergyMit den Worten des Vorstandes des Unternehmens Care-Energy, Herrn Martin Richard Kristek, „stabile und günstige Preise am Markt zu platzieren, da Energieversorgung in der heutigen Zeit zu den Grundbedürfnissen der Menschen zählt …,“ startete im Dezember 2011 der größte private Stromanbieter Hamburgs. Nach eigenen Angaben des Anbieters sind schon bundesweit über 250.000 Kunden gewonnen worden. Die MK Group Holding GmbH, ein in Privatbesitz befindlicher Hamburger Energiekonzern steckt dahinter.

keine Vorkasse
monatlich kündbar
keine Pakettarife
keine Kaution
100 % Ökostrom

Erste Stimmen aus der Verbrauchersicht waren positiv, aber auch kritisch.

Strompreise von im Schnitt 19,84 Cent pro Kilowattstunden (lt. Webseite des Unternehmens) + Gebühren + Abgaben sind kaum zu unterbieten. Der Verdienst wird mit der monatlichen Grundgebühr von 6,99 Euro erwirtschaftet. Das Geschäftsmodell sei lt. Herrn Krisek „voll kostendeckend“.

Care-Energie bietet einen Sozialtarif für Energie – ein Stromanbieter für Hartz-IV-Empfänger!

Wovon finanziert sich dieses Unternehmen? Diese Frage stellt sich automatisch!

Ein gesonderter „Erfassungsbogen“ muss vom Verbraucher ausgefüllt werden! Sämtliche Verbrauchswerte müssen aufgelistet werden. Es soll erreicht werden, dass der Stromverbrauch effizienter wird und damit sinkt. Ein  Smartmeter, der den aktuellen Verbrauch an Energie misst, wird den Verbrauchern kostenlos angeboten. Der „gläserne“ Stromkunde entsteht.

Das Bundesamt für Justiz ermitteln gegen den Billigstromanbieter Care Energy. Ein Ordnungsgeldverfahren wegen Offenlegungspflichten zum Abschlussstichtag 31.12.2011 ist vom Bundesamt für Justiz gegen das Unternehmen MK Group Holding GmbH eingeleitet worden.

Mit einer eigenwilligen Rechtsauslegung versucht Care Energy die Anzeigenpflicht nach Paragraph 5 des Energiewirtschaftsgesetzes zu umgehen und damit auch die Pflicht zur Zahlung des staatlichen Erneuerbaren-Energie-Gesetzes (EEG).

Die Bundesnetzagentur hat ebenfalls ein Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen MK Group Holding GmbH  eingeleitet. Der Auftritt als Energiedienstleiter und nicht nur Energielieferant wird von der Netzagentur kritisiert. Man kümmert sich bei Care Energy neben der Stromversorgung auch um die Energieberatung. Durch diese Sonderrolle müssen bestimmte Auflagen nicht erfüllt werden.

Lt. Netzagentur greift hier nicht die Grund- und Ersatzversorgung. Anschlusssperrungen sind die Folge, d. h. im Extremfall stehen die Kunden ohne Strom da. Bei den Insolvenzverfahren von Teldafax und Flexstrom war dies nicht der Fall.

Statt 5,27 Cent pro Kilowattstunde werden bei der Umlage für erneuerbare Energien (EEG) nur 2 Cent entrichtet. Care Energy beruft sich auf das Grünstromprivileg und führt den weiteren Ausbau von Eigenverbrauch an Solaranlagen ins Feld. Bei diesem Modell entfällt die EEG-Umlage.

In Herbst 2012 stellte die mk-energy Ihr Energiedienstleister GmbH & Co. KG die Zahlungen der EEG-Umlage ein. Mit mk-grid Ihr Netzbetrieb GmbH & Co. KG und mk-energy ist das Unternehmen in drei Firmen aufgeteilt.

Drei Übertragungsnetzbetreiber, Amprion, Tennet und 50 Hertz, verklagen Care Energy, da sie bereits über einen längeren Zeitraum keine EEG-Umlage bezahlt bekommen haben. Care Energy beruft sich auf das Grünstromprivileg und riskiert damit eine mehrere Millionen Euro-Zahlungsnachforderung.

Bei einer möglichen Insolvenz der Care-Energy-Gruppe endet zweitweise die Stromversorgung  für den Verbraucher. Bei „normalen“ Stromverträgen springt der Grundversorger vor Ort ein. In diesem Falle könnte es anders ausgehen. Die Kunden haben ihren Stromanschluss einer Firma der Gruppe anvertraut. „Der Kunde bleibt beim Netzbetreiber als Besitzer des Zählers registriert“ verteidigt sich Care Energy. „ Es gibt im Insolvenzfall keine Probleme mit dem Übergang in die Grundversorgung,“ dementiert der Stromdiscounter und Öko-Visionär Martin Richard Kristek, 41.

 

 

 

 

 

 

 

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