Betriebskosten sparen: Mieter sollten Gasanbieter Wechsel anregen

Die Energiekosten sowie die Betriebskosten sind in den letzten Jahren drastisch gestiegen, was auch den Gaspreisen zuzuschreiben ist, die seit dem Jahr 2005 um bis zu 20% erhöht wurden.
Die hohen Kosten vom Gas und den damit verbundenen Betriebskosten belasten den Geldbeutel zahlreicher deutscher Verbraucher, denn immerhin heizen rund 40 Millionen Haushalte in Deutschland mit Gas, was etwa die Hälfte der Bundesrepublik ausmacht.

Dass sich die Kosten durch einen Gasanbieterwechsel reduzieren lassen, dürfte mittlerweile jedem Verbraucher bekannt sein. Doch ein Anbieterwechsel scheint besonders für Mieter nicht immer möglich zu sein.

Bislang haben immer noch viel zu wenige deutsche Verbraucher von der Möglichkeit, den Gasanbieter zu wechseln, Gebrauch gemacht. Aus gutem Grund, denn Mieter, die in Mehrparteienhäusern wohnen, können nicht ohne Weiteres zu einem anderen Gasanbieter wechseln. Meist wurde in den Mehrfamilienhäusern lediglich ein Gaszähler installiert, der entweder für eine Etage oder das ganze Wohnhaus zuständig ist.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) geht davon aus, dass deutschlandweit rund 9 Millionen Haushalte an einem Gaszähler hängen und nicht ohne Weiteres einen Gasanbieterwechsel durchführen können. Sie sind auf ihren Vermieter oder die Hausverwaltung angewiesen.

Mieter müssen die hohen Betriebskosten nicht in Kauf nehmen
Nun ist es aber nicht so, dass Mieter ihrem Vermieter oder der Hausverwaltung auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sind, denn aufgrund des Wirtschaftlichkeitsgebotes nach § 560 des BGB sind Vermieter dazu verpflichtet, ihre Mieter vor überflüssigen und unverhältnismäßigen Kosten zu schützen.

Somit müssen die Betriebskosten und gleichzeitig auch die Gaspreise so niedrig wie möglich gehalten werden. Ab einer Steigerung der Betriebskosten Nebenkosten von mehr als 10% in einem Jahr, kann der Vermieter sogar dazu verpflichtet werden, diese Preissteigerung zu erklären.

Da Vermieter oder Hausverwalter von einem Gasanbieterwechsel nicht selbst profitieren, ist zu erwarten, dass ein Anbieterwechsel von Seiten des Vermieters kaum angeregt werden wird. Da die hohen Gaspreise in einem durchschnittlichen Haushalt jedoch mit jährlich rund 300 Euro zu Buche schlagen, ließe sich durch einen Gasanbieter Wechsel viel Geld sparen. Im besten Fall sollten sich alle Mieter zusammenschließen und das Gespräch mit dem Vermieter oder der Hausverwaltung suchen.

Gaspreis Vergleich durchführen und dann den Gasanbieter wechseln
Vor dem Gespräch mit dem Vermieter sollten sich alle Mieter über die Vorteile des Gaspreis-Vergleichs und einem anschließenden Gasanbieterwechsel klar werden und dementsprechend gut informieren.

Da der Preisvergleich Gas jedoch sehr übersichtlich mit einem Gaspreis Rechner im Internet durchgeführt werden kann und der günstigste Gasanbieter schnell ermittelt werden kann, dürfte es nicht allzu schwierig sein, den Vermieter oder Hausverwalter von dem Vorhaben des Gasanbieter Wechsels zu überzeugen, um die Betriebskosten Nebenkosten zu sparen. Störungen bei der Gasversorgung oder Versorgungsunterbrechnungen sind nicht zu befürchten. Ebenso wenig muss, wie immer noch häufig angenommen, der Gaszähler ausgetauscht werden.

Vermieter oder Hausverwalter müssen zum Gasanbieter Wechsel lediglich ein Wechselformular ausfüllen und an den neuen Gasanbieter senden. Die Kündigung und alle weiteren, nötigen Formalitäten übernimmt der neue Gasanbieter, so dass dem Vermieter keine großen Umstände entstehen.

Schlagworte: , , , , , , ,

1 Kommentar zu „Betriebskosten sparen: Mieter sollten Gasanbieter Wechsel anregen“

  1. Rechtsanwalt sagt:

    Richtig ist, dass der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit vom Vermieter beachtet werden muss. Nur wird dieser Nachweis für den Mieter schwerlich zu erbringen sein.